CF unter Modulatoren: Wie viel Therapie ist noch nötig?
Mit der Einführung von CFTR-Modulatoren hat sich die Behandlung der Cystischen Fibrose (CF) für viele Betroffene grundlegend verändert. Medikamente wie Trikafta setzen direkt an der Ursache der Erkrankung an und führen bei vielen Patientinnen und Patienten zu einer deutlichen Verbesserung der Lungenfunktion. Gleichzeitig berichten viele von weniger Husten, weniger Schleim und mehr Energie im Alltag.
Veröffentlicht am 13. April 2026
Diese Fortschritte werfen eine zentrale Frage auf, die aktuell auch in Fachkreisen intensiv diskutiert wird: Wie viel Therapie ist heute noch nötig?
Für viele Menschen mit CF gehörte eine tägliche Therapie von mehreren Stunden lange zum Alltag. Inhalationen, Physiotherapie und weitere Behandlungen waren entscheidend, um die Lungenfunktion zu stabilisieren und Infektionen vorzubeugen. Durch die neuen Behandlungsmöglichkeiten verändert sich diese Ausgangslage – und damit auch der Blick auf den bisherigen Therapieaufwand.
Erste Studien und Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass unter bestimmten Voraussetzungen einzelne Therapiebestandteile überprüft und allenfalls angepasst werden können. Untersucht wird beispielsweise, ob bei stabilen Verläufen die Häufigkeit von Inhalationen reduziert, schleimlösende Therapien angepasst oder antibiotische Behandlungen neu bewertet werden können.
Gleichzeitig gilt: Die Datenlage ist noch begrenzt, und es gibt keine einheitlichen Empfehlungen. Nicht alle Menschen mit CF profitieren im gleichen Ausmass von CFTR-Modulatoren. Insbesondere bei bestehender Lungenschädigung oder chronischen Infektionen bleibt eine konsequente Therapie weiterhin zentral.
Fachpersonen empfehlen deshalb ein vorsichtiges Vorgehen. Anpassungen sollten immer individuell erfolgen und eng durch das Behandlungsteam im CF-Zentrum begleitet werden. Ziel ist es, die richtige Balance zu finden – zwischen einer möglichst hohen Lebensqualität und der langfristigen Stabilität der Erkrankung.
Die Modulatoren eröffnen grosse Chancen, stellen aber auch neue Fragen. Für Menschen mit CF bedeutet das: Der Wunsch nach weniger Therapie ist verständlich – gleichzeitig bleibt es wichtig, Veränderungen gut abgestimmt und Schritt für Schritt umzusetzen.
Sprechen Sie mit Ihrem CF-Zentrum, bevor Sie Ihre Therapie anpassen.
Die Inhalte dieser News basieren auf einem aktuellen Schwerpunktheft von Mukoviszidose e. V. (MukoInfo Deutschland), das sich umfassend mit der Frage «Wie viel Therapie ist noch nötig?» auseinandersetzt. Das gesamte Heft können Sie hier lesen: