CFS setzt sich gegen eine Erhöhung der Mindestfranchise ein
Der Bundesrat hat vorgeschlagen, die Mindestfranchise der obligatorischen Krankenversicherung von 300 auf 400 Franken zu erhöhen. Mit der Revision sollen die Eigenverantwortung der Versicherten gestärkt und die Gesundheitskosten gedämpft werden. Für Menschen mit Cystischer Fibrose (CF) hätte eine solche Erhöhung jedoch vor allem eines zur Folge: eine zusätzliche finanzielle Belastung. Deshalb setzt sich Cystische Fibrose Schweiz (CFS) gegen diese Vorlage ein.
Veröffentlicht am 29. Juni 2026
Am 13. März 2026 hat der Bundesrat die geplante Erhöhung der Mindestfranchise in die Vernehmlassung geschickt. Neben der Erhöhung von 300 auf 400 Franken sieht die Vorlage einen Mechanismus vor, der künftig weitere Anpassungen ermöglichen soll. Ziel der Revision ist es, das Kostenbewusstsein der Versicherten zu stärken und den Anstieg der Gesundheitskosten einzudämmen.
Menschen mit CF sind ihr Leben lang auf regelmässige medizinische Betreuung angewiesen. Medikamente, Kontrolluntersuchungen, Physiotherapie oder Spitalaufenthalte sind medizinisch notwendig und können nicht beliebig reduziert oder aufgeschoben werden. Aus Sicht von CFS würde eine höhere Mindestfranchise deshalb nicht dazu führen, dass weniger Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen werden. Stattdessen würden Menschen mit chronischen und seltenen Erkrankungen zusätzlich finanziell belastet. Viele Menschen mit CF erreichen ihre Mindestfranchise bereits in den ersten Monaten des Jahres. Eine Erhöhung würde ihre Eigenkosten weiter erhöhen, ohne ihren medizinischen Bedarf zu verändern.
CFS unterstützt das Ziel, das Gesundheitswesen langfristig finanzierbar zu halten. Die Finanzierung darf jedoch nicht zulasten jener erfolgen, die auf medizinisch notwendige Behandlungen angewiesen sind. Die obligatorische Krankenversicherung beruht auf dem Solidaritätsprinzip. Menschen mit chronischen Erkrankungen haben keinen Spielraum, notwendige Therapien oder Medikamente einzusparen. Eine höhere Mindestfranchise ist deshalb aus unserer Sicht kein geeignetes Instrument, um Gesundheitskosten nachhaltig zu senken.
Cystische Fibrose Schweiz hat im Rahmen der Vernehmlassung eine Stellungnahme beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) eingereicht und lehnt die vorgeschlagene Erhöhung der Mindestfranchise ab.
Wie geht es weiter?
Die Vernehmlassung läuft derzeit. Anschliessend wertet der Bundesrat die eingegangenen Stellungnahmen aus und entscheidet über das weitere Vorgehen. Cystische Fibrose Schweiz verfolgt die Entwicklung und setzt sich weiterhin dafür ein, dass Menschen mit CF nicht zusätzlich finanziell belastet werden.
Weiterführende Informationen
Die Medienmitteilung des Bundesrats zur Vernehmlassung sowie weitere Informationen zur geplanten Revision finden Sie auf der Website des Bundesamts für Gesundheit (BAG).